Landesgewerkschaftstag – konstruktiver Austausch mit RD

Am 23./24.September fand der Landesgewerkschaftstag der vbba Baden-Württemberg statt. Über 50 Delegierte nutzten die beiden Tage für den regen Austausch untereinander – und auch mit der Regionaldirektion BW. Aus der Geschäftsleitung der RD konnte der Landesvorsitzende der vbba BW Christian Löschner den GIS Joav Auerbach (zuständig für OS, EZ und IS in BW) begrüßen, der zusammen mit der Leiterin Personal der RD am Montag den Delegierten Rede und Antwort stand.


Belastungssituation in OS und EZ

Durch die enormen kw-Vermerke der letzten Jahre hat sich die Belastungssituation in allen OS drastisch verschärft, das Ausscheiden von langjährig beschäftigten Fachkräften bedeutet einen massiven Wissensverlust der Organisation. Die OS waren teilweise gezwungen, Kundenservice und Erreichbarkeit einzuschränken und Aufgaben zu verlagern.

Gleichzeitig führen insbesondere technische Probleme in den Servicecentern zu einer deutlichen Einschränkung bei der Telefonie und Bearbeitung eingehender E-Mails. Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung der Eingangszonen, die personell ohnehin zu knapp aufgestellt sind. Dazu kommen alle Probleme, die durch die baulichen Gegebenheiten (offene Bürostruktur bzw. Großraumbüro) entstehen.

Sehr nachdrücklich wurde den RD-Vertretern die dramatische Belastungssituation der Eingangszonen gespiegelt. Die Bandbreite der Themen, eine deutliche Zunahme der Kundenvorsprachen, immer mehr verärgerten Kunden, kurzfristige Springereinsätze und erhebliche Reisezeiten zehren an den Kräften unserer Kolleginnen und Kollegen. Dies hat enorme Auswirkungen – so gibt es in einigen Eingangszonen überdurchschnittlich hohe Krankheitsausfälle (teilweise über 50%). Ein Teufelskreis, denn dies führt zu einer weiteren Verschärfung der Belastungssituation.

Der RD sind die Belastungen bewusst, kurzfristige Lösungen sind aber nicht zu erwarten. Ggf. positive Auswirkungen der neuen Initiative “BA der Zukunft“ und die angestrebte Verbesserung der Schnittstellen können maximal mittel- bzw. langfristig helfen. Ob eine verstärkte Nutzung von DSE (nicht mehr verpflichtend) oder die Nutzung von Tablets durch den Kunden während der Wartezeit wirklich deutliche Entlastungen bringen, darf bezweifelt werden. Viele Kunden sind weder technisch noch sprachlich in der Lage, eigenständig und korrekt ihre Daten selbst zu erfassen, egal ob am PC oder am Tablet.

Wenn schon beim derzeitigen Kundenaufkommen ein Kollaps droht, blicken wir mit Sorge in die Zukunft. Für uns als Fachgewerkschaft ist unverständlich, dass von der Bundesagentur auch angesichts sich eintrübender Konjunktur weiter an den Personalkürzungen festgehalten wird.

Wir fordern für OS und EZ eine auskömmliche Personalausstattung – und bereits jetzt eine personelle Risikovorsorge, die dann im Notfall nicht erst noch eingearbeitet werden muss.


FAC für Teamleitungen

Die verpflichtende Teilnahme am FAC für angehende Führungskräfte in der TE III in jetziger Form ist aus unserer Sicht nicht mehr zielführend. Mit sehr hohem Aufwand für die Internen Service, die Kommissionen und die Teilnehmerinnen und -teilnehmer werden die FAC organisiert und durchgeführt.

Dabei sind die (angehenden bzw. oftmals bereits beauftragten) Führungskräfte eigentlich bekannt und müssten hinsichtlich der Führungsfähigkeit auch gut einschätzbar sein. Deshalb bezweifeln wir einen weiteren Erkenntnisgewinn in dieser „Prüfungssituation“ für den Arbeitgeber/ Dienstherrn BA. Darüber hinaus ist uns aufgrund von Rückmeldungen der „Prüflinge“ bekannt, dass auch für diese die Teilnahme am FAC in jetziger Form keinen Mehrwert für die berufliche Entwicklung gebracht hat. Neben dem PE-Instrumentarium (z.B. Beauftragung) müsste die Modulreihe „In Führung gehen“ ausreichen, um die Eignung und das Rüstzeug für eine Führungstätigkeit nachzuweisen bzw. zu erhalten.

Die Delegierten des Landesgewerkschaftstag haben beschlossen, sich dafür entsprechend auf gewerkschaftlicher Schiene einzusetzen.


Studierende – Einführungswochen vor Ort zu Beginn der Studienzeit

Seit ein paar Jahren beginnt für unsere Studierenden die Studienzeit im September direkt an der HdBA. Das ist anders als früher und bedeutet, es gibt kein Kennenlernen der örtlichen Akteure und der regionalen Struktur, keinen Austausch mit dem Tutor, den Verantwortlichen im IS und ggf. den Studierenden der Vorjahrgänge mehr. Also kommen die Studierenden nun recht unvorbereitet in Mannheim/Schwerin an, haben kaum bzw. keinen Bezug zu den Beschäftigten ihrer Heimatagentur oder dem Internen Service – dies erschwert den Studienbeginn für sie.

Wir halten es deshalb für sehr sinnvoll, wenn die Studierenden im Rahmen ihres Studiums zunächst 1-2 Einführungswochen in ihren Heimatagenturen bzw. im Internen Service absolvieren – und erst danach an den Studienort Mannheim/Schwerin wechseln. Herr Auerbach und Frau Köhler konnten unsere Überlegungen gut nachvollziehen und wollen diese gegenüber der Zentrale spiegeln.

Die Delegierten des LGT haben beschlossen, dass wir uns auch gewerkschaftlich dafür einsetzen werden.


Sauberkeit in den Dienststellen

Seit der Vergabe der Reinigung an externe Dienstleister ist flächendeckend zu beobachten, dass die Qualität immer mehr nachlässt. Daran haben in der Vergangenheit weder Reinigungsmeldungen noch direkte Gespräche mit den Dienstleistern geholfen – es bleibt dreckig. Viele Beschäftigte haben bereits resigniert und geben gar keine Reinigungsmeldungen mehr ab. Hinzu kommt, dass wir den Eindruck haben, dass dann der Druck auf die Reinigungskräfte erhöht wird – die ohnehin schon am Rande des Machbaren arbeiten. Das wollen wir als Personalvertreter und Gewerkschafter nicht.

Fakt ist: Die Reinigungsbezirke sind zu groß, die Zeit zu knapp. Hier muss die Frage erlaubt sein, warum wir es uns als großer Arbeitgeber eigentlich nicht leisten (wollen/können), wieder mehr eigene Reinigungskräfte zu beschäftigen, statt (wahrscheinlich) prekäre Arbeitsverhältnisse bei den externen Dienstleistern zu finanzieren. Dann würde auch das „Schwarze-Peter-Spiel“ zwischen Einkauf, RIM und den externen Reinigungsfirmen endlich aufhören – zum Wohl aller Kolleginnen und Kollegen.

Ein sauberer Arbeitsplatz ist ein direkter Beitrag zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit.


Brandschutz und betriebsärztliche Versorgung

Gegenüber der Regionaldirektion brachten wir anhand eines konkreten Beispiels deutlich zum Ausdruck, dass die teilweise sehr lange Dauer bis zur Realisierung von Brandschutzmaßnahmen in den Dienstgebäuden nicht akzeptabel ist. Im Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Beteiligten (RIM, GBI etc.) knarzt es – zu Lasten unserer Kolleginnen und Kollegen.

Ebenso ist in einigen Dienststellen die betriebsärztliche Versorgung gefährdet. Auf die entsprechenden Ausschreibungen sind teilweise nur wenige oder gar keine Angebote eingegangen.

Eigentlich ist hierfür die Regionaldirektion nicht der zuständige Ansprechpartner. Herr Auerbach sagte dennoch zu, die von uns benannten Beispiele zu prüfen und entsprechende Rückmeldung zugeben.

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