Tagung Arbeitskreis SGB III

Ausgewählte engagierte vbba-Kolleginnen und Kollegen trafen sich am 30. Juli auf Einladung des vbba-Landesvorstands Baden-Württemberg in Stuttgart zum Arbeitskreis SGB III. Sowohl die regionale als auch die fachliche „Herkunft“ der Teilnehmenden war breit gestreut – damit waren die Themen ebenfalls sehr vielfältig und führten zu einem sehr intensiven gegenseitigem Austausch.

So wurde über die unterschiedlichen Probleme bei der Einführung von LBB sowie die Auswirkungen der LBB-Tarifierung auf andere Bereiche (Reha, Inga, Teamleitungen…) gesprochen. Hier besteht Handlungsbedarf, um Ungleichgewichte zu beseitigen.

Sorgen macht uns auch, dass die Attraktivität der BA als Arbeitgeberin immer mehr nachzulassen scheint. Es ist vielfach vor Ort (vor allem in den Großstadtagenturen) immer schwieriger, ausreichend gute Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung und das Studium bei der BA zu gewinnen – und diese auch bei besseren Angeboten (zum Beispiel von anderen Behörden) zu halten.
Die weiterhin unbefriedigende Wohnheimsituation am einzigen baden-württembergischen Berufsschulstandort in Karlsruhe sowie die derzeitigen Probleme bei der Abrechnung der Reisekosten sind hier nicht wirklich hilfreich – das spricht sich rum und schreckt potenzielle Nachwuchskräfte ab.

Weiteres Thema war die Arbeitsbelastung in allen SGB III-Bereichen – von Eingangszone und Servicecenter über Vermittlung und Beratung, Operativer Service bis hin zum Interner Service, die – so wird von den Kolleginnen und Kollegen vor Ort befürchtet – aufgrund der ausgebrachten kw-Vermerke und sich eintrübender Konjunktur wohl weiter zunehmen wird. Die Altersabgänge langjähriger Fachkräfte und der damit verbundene Wissensverlust für die Organisation verschärfen die Situation weiter.

Die Familienkasse wird zwar derzeit personell stark aufgebaut, damit einher gehen aber auch erhebliche Aufgabenzuwächse – und die Schwierigkeit, in kurzer Zeit viele fachfremde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzuarbeiten.

Die Einführung der Digitalisierung und Automatisierung führt insbesondere in den sachbearbeitenden Bereichen des Operativen Service und der Familienkasse zu Ängsten bei den Kolleginnen und Kollegen, dass zukünftig ihr Arbeitsplatz wegfällt.

Deutlich wurde, dass den Kolleginnen und Kollegen vor Ort nicht immer klar ist, welche (begrenzten formalen) Einflussmöglichkeiten die Personalvertretungen der unterschiedlichen Stufen (PR, BPR, HPR) nach dem BPersVG haben. Gerade hier ist es deshalb wichtig, zusätzlich gewerkschaftlich zu agieren und so die berechtigten Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchzusetzen.

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