Was war, was wird – Jahresrückblick 2018 und Ausblick 2019

Der Vorstand der vbba Baden-Württemberg wünscht allen Kolleginnen und Kollegen für 2019 alles Gute – bleiben oder werden Sie gesund.

Ganz herzlich bedanken wir uns bei unseren Aktiven, die Gewerkschaft im Land und vor Ort persönlich und erlebbar machen. Unseren Mitgliedern ein besonderer Dank für Ihre Treue zur vbba – unsere vielen neuen Mitglieder heißen wir an dieser Stelle noch einmal herzlich Willkommen. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit für Sie und mit Ihnen – auf ein erfolgreiches Jahr 2019.

Wir blicken auf ein intensives, arbeitsreiches und erfolgreiches 2018 zurück, gleichzeitig verbinden sich damit auch sehr gute Erinnerungen an die gemeinsamen Veranstaltungen und vielen interessanten Begegnungen.

Den gewerkschaftlichen Jahresauftakt gab es für den Landesvorstand Mitte Januar. Neben der Jahresplanung 2018 standen insbesondere die bevorstehenden Jugendwahlen und die Einkommensrunde 2018 für unserer Kolleginnen und Kollegen auf der Tagesordnung.

Am Internationalen Frauentag am 8. März organisierte unsere Landesfrauenvertretung wieder verschiedene Aktionen, um auf die bestehende Ungleichbehandlung von Frauen und Männern aufmerksam zu machen. 2018 lautet dabei der Leitspruch: „Press for Progress: Auf Fortschritt beharren.“ Und genau das ist notwendig: Weiter fordern und kämpfen, denn Stillstand ist Rückschritt.

Im Frühjahr liefen auch die verschiedenen Aktionen zur Einkommensrunde 2018. Hier haben sich viele unserer Kolleginnen und Kollegen an den verschiedenen Streikaktionen im Land beteiligt – sei es im dbb-Verbund organisiert, wie in Freiburg – oder solidarisch mit anderen Gewerkschaften, zum Beispiel in Stuttgart.
Im April gab es die Einigung für den TV ÖD, im Sommer dann die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung auf die beamteten Kolleginnen und Kollegen. Mitte Mai einigte sich unsere Tarifkommission auch über die Einkommensverbesserungen im Bereich des TV-BA. Durch strukturelle Anpassungen bei der TE IV gab es hier teilweise über 10% mehr für die 30-monatige Laufzeit, auch unsere Nachwuchskräfte haben deutlich profitiert.

Ebenfalls im Frühjahr waren die Wahlen zu den Jugendvertretungen vor Ort (bzw. IS-Standort), im RD-Bezirk zur BJAV und zur HJAV. Hier waren wir in Baden-Württemberg wieder sehr erfolgreich, in der BJAV konnte die vbba erneut die Mehrzahl der Stimmen auf sich vereinen. Damit haben wir die Mehrheit der Mandate errungen und stellen so weiterhin den BJAV-Vorsitz und die Stellvertretung. In der HJAV konnte ein Mandat hinzugewonnen werden. Auch vor Ort waren wir sehr erfolgreich, z.B. in Stuttgart, Freiburg und Ulm.

Erstmalig hatten wir Kolleginnen und Kollegen aus den Jobcentern zu einem landesweiten Netzwerktreffen SGB II eingeladen. Die Veranstaltung traf auf ein sehr großes Interesse – die Beteiligung war so groß, dass jeder Platz im Tagungsraum genutzt war. Schnell war in der Diskussion klar, dass viele Themen aus den Jobcentern bundesweite Themen sind. Insofern traf es sich gut, dass mit Uwe Mayer und Mathias Schulz gleich beide SGB II-Vertreter aus der vbba-Bundesleitung teilnehmen konnten.

Bei den beiden Bundeshauptvorstandssitzungen (Juni und November) und dem Bundesgewerkschaftstag Ende Juni war unsere Landesgruppe gut vertreten. Neben gewerkschaftsinternen Themen und Weichenstellungen beschäftigten sich die Delegierten darüber hinaus auch mit einem Thesen- und Forderungspapier zu den Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung. In der dafür eingerichteten Grundsatzkommission 1 vertritt Roger Zipp zukünftig unsere Landesgruppe.
Bei den Wahlen wurden mit Doris Braun und Christian Löschner gleich zwei Baden-Württemberger von den Delegierten des Bundesgewerkschaftstages in die neue Bundesleitung der vbba gewählt.

Neu gewählt wurde auch auf unserem diesjährigen Landesgewerkschaftstag – und zwar der Landesvorstand. In geheimer Wahl wurde Christian Löschner als Vorsitzender mit 100% der Delegiertenstimmen im Amt bestätigt, als seine Stellvertreter wurden von den Delegierten Roger Zipp (95,6%) und Marius Baisch (97,8%) neu in diese Positionen gewählt. Anschließend wurden alle restlichen Positionen in offener Abstimmung – einstimmig – gewählt. Die entsprechende Übersicht ist hier zu finden.

Zusammen mit den Ergebnissen der geheimen Wahl des Landesvorsitzenden und seiner beiden Stellvertreter war dies ein sehr starker Vertrauensbeweis und für den neu gewählten Landesvorstand gleichzeitig Dank und Verpflichtung, die bisherige Arbeit genauso engagiert fortzusetzen.

Mit Doris Braun und Martina Loose traten zwei „Urgesteine“ der vbba Baden-Württemberg nicht mehr für ihre bisherigen Positionen im Landesvorstand zur Wahl an und ermöglichten so einen Generationswechsel. Im Anschluss an die Vorstandswahlen wurden beide mit einem Präsent und “standing ovations” der Delegierten aus dem Landesvorstand ganz herzlich verabschiedet, bleiben uns aber gewerkschaftlich weiterhin verbunden.

Die über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern beschäftigten sich darüber hinaus mit verschiedenen gewerkschaftlichen Themen und nutzten die Veranstaltung natürlich auch wieder zu einem intensiven gewerkschaftlichen und kollegialen Austausch.

Diesen gab es auch zur Landesjugendversammlung am 5. Oktober, zum mittlerweile dritten Mal in Folge konnten wir hier mit rund 30 Mitgliedern einen Teilnehmerrekord verbuchen. Unsere Jugend war auch sonst aktiv und erfolgreich. Neben der Beteiligung an verschiedenen Streikaktionen wurden die erfolgreichen Wahlen zu den Jugendvertretungen gut vorbereitet. Zum Ausbildungsbeginn erfolgte traditionell die Begrüßung der Azubi und Studierenden vor Ort und in Aalen bzw. Mannheim.
Auf dem Landesgewerkschaftstag wurde dieses Jahr eine neue Landesjugendleitung gewählt. Die vbba Landesjugend ist mit Marius Baisch auch prominent im Vorstand der Landesgruppe vertreten – er wurde zum Stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. Der vbba Baden-Württemberg ist die Jugend sehr wichtig, deshalb soll sie auch eine starke Stimme haben!

Das Jahr 2018 stand auch inhaltlich einem Jugendthema nah: Die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen vor Ort und am Berufsschulstandort war Thema eines Projekts mit verschiedenen Teilprojekten der Regionaldirektion. Dabei wurden alle an der Ausbildung Beteiligten sowie die Bezirksgremien BPR und BJAV eng einbezogen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen: Mehr Fachausbilder mit mehr Zeit für die Ausbildung, verbesserte Standards bei der Unterbringung in Karlsruhe, Organisation der praktischen Ausbildung in kleinen Teams u.v.m. Es wurden viele Forderungen (hier, hier und hier) der vbba umgesetzt. Leider konnten wir unsere Forderung eines weiteren Berufsschulstandorts nicht durchsetzen. Kurz vor dem Jahreswechsel wurden die Ergebnisse und Vereinbarungen durch die Regionaldirektion veröffentlicht. Jetzt gilt es, die erreichten Vereinbarungen auch in der Praxis umzusetzen. Diese Umsetzung werden wir kritisch konstruktiv begleiten.

Gewerkschaft findet jedoch nicht nur als Aktion oder nur durch Vertreter des Landesvorstands statt. Gewerkschaft sind auch die vielen (manchmal vermeintlich kleinen) Dinge, die von unseren Kolleginnen und Kollegen vor Ort gestemmt werden: Infostände und Ansprachen bei Personalversammlungen in den Agenturen und Jobcentern, gemeinsame Ausflüge, verschiedene Veranstaltungen zu fachlichen Themen oder die Pflege des kollegialen Miteinanders.
Da, wo durch Zergliederung und Umorganisation das Zusammengehörigkeitsgefühl verloren zu gehen droht, bieten wir als Fachgewerkschaft einen Rahmen – vor Ort und über die Organisationsgrenzen hinaus.

Und hier vor Ort findet auch die „stille“ Gewerkschaftsarbeit statt: die oftmals erfolgreiche Unterstützung von Mitgliedern durch Information, Beratung und Begleitung bei Gesprächen. Da, wo wir als gewählte Gremienvertreter für alle Kolleginnen und Kollegen tätig werden, können wir uns immer auch auf das starke Netzwerk unserer Fachgewerkschaft stützen.

Und dieses Netzwerk wird immer größer und stärker – 2018 konnten wir erneut so viele neue Mitglieder begrüßen, wie noch nie. Besonders erfreulich ist, dass fast alle örtliche vbba-Gruppen eine (teilweise deutliche) Steigerung der Mitgliederzahlen verzeichnen konnten, Stuttgart z.B. auf über 200 aktive Mitglieder.

Dies war nur durch die gute Arbeit unserer vielen Aktiven vor Ort möglich. Sie sind überzeugt von uns und unserer Arbeit und konnten damit andere Kolleginnen und Kollegen überzeugend über die Vorteile der Mitgliedschaft zu informieren. Dafür ein ganz herzlicher Dank.

LBB – Lebensbegleitende Berufsberatung steht vor der Flächeneinführung, zunächst Stufe 1 (vor dem Erwerbsleben). Auch nach Veröffentlichung des Fachkonzepts und Umsetzungsweisungen sind noch viele Fragen offen und die Unsicherheit vor Ort bei fachlichen, organisatorischen oder tariflichen Fragen (nicht nur bei den direkt betroffenen Kolleginnen und Kollegen) groß. Hier hilft nur Transparenz – zu dieser werden wir auch im nächsten Jahr durch unsere Veröffentlichungen weiter beitragen. Darüber hinaus werden wir uns auch weiterhin für die berechtigten Belange aller Kolleginnen und Kollegen einsetzen. Ganz aktuell zum Beispiel in der nächsten Runde der Tarifverhandlungen – diese findet am 24. und 25. Januar in Lauf statt. Unsere Mitglieder werden natürlich aktuell informiert.

Für LBB wird es kein zusätzliches Personal geben, sondern die Stellen sind aus dem Bestand umzuwandeln. Deshalb werden wir die Rekrutierung der LBB-Beraterinnen und Berater und die Auswirkungen auf den Vermittlungsbereich sowie die “Servicebereiche” Eingangszone und Servicecenter kritisch begleiten. Denn neben der Einführung von LBB dürfen die anderen Bereiche und die dort Beschäftigten nicht vergessen werden. In den Operativen und Internen Services, den Servicecentern, Eingangszonen, Familienkassen und vielen anderen Einheiten wird sehr gute Arbeit geleistet, die Anerkennung und notwendige Unterstützung (z.B. in personeller Hinsicht) verdient. Hierfür werden wir uns weiter stark machen.

Manchmal benötigt man einen langen Atem, bevor Erfolge sichtbar werden: Die Personalsituation in den Familienkassen haben wir bereits vor längerer Zeit moniert (hier und hier), mit dem neuen Haushalt wird hier deutlich verstärkt (70 Stellen allein in der Familienkasse BW-West). Auch die Übernahme der Amtshilfekräfte haben wir bereits seit langer Zeit gefordert, 2018 konnten weitere Kolleginnen und Kollegen bei uns wieder eine dauerhafte berufliche Heimat finden. Auch eine flächendeckende Ausstattung mit höhenverstellbaren Schreibtischen haben wir lange gefordert – und nun wird diese von der BA umgesetzt.

Wir machen uns stark für Sie! Machen Sie uns noch stärker!

Auf unserer Homepage (www.vbba-bw.de) bieten wir ständig aktuelle Berichte über unsere gewerkschaftliche Arbeit und vielfältige Informationen für unsere Mitglieder und interessierte Kolleginnen und Kollegen an. Darüber hinaus kann man uns bei Facebook “folgen“ – und ist so noch schneller und direkter über aktuelle Themen und Aktionen informiert. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich!

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